Trockenmittelmethode

Das Maß für die Aufnahmefähigkeit eines Trockenmittels ist die Trockenmitteleinheit (TME). Sie muss bei 40 % rF min. 6 g Wasser-dampf aufnehmen. Bei ausreichender Anzahl TME kann die relative Luftfeuchte innerhalb der Sperrschichthülle einer Verpackung während Transport und Lagerung (TuL) unter 40 % rF gehalten werden.
⇒ Beispiel für eine Exportkiste mit 1 m Kantenlänge: (Festlegung der Rechengrössen)
1. Schritt: - Auswahl einer Sperrschichtfolie mit geringer Wasserdampfdurchlässigkeit (WDD), wahlweise:
- PE - Folie niedriger Dichte (LD - PE) für gemässigtes Klima E (20°C bis 85 % rF) und kurzen TuL- Zeiten (Transport-Tage)
- WDD = 0.4 g/m2 und Tag, Dicke = 0.2 mm
- oder bei tropischem Klima (38°C - 90 % rF) ist für die selbe Folie eine WDD von 2.0 g/m2 und Tag anzusetzen
- Aluminiumverbundfolie (DIN 55531) für alle Klimate und lange TuL - Zeiten. WDD = 0.1 g/m2 und Tag
2. Schritt: - Ausmessen der Oberfläche der Sperrschichthülle in m2
3. Schritt: - Ermitteln der voraussichtlichen TuL - Zeiten in Tagen.
4. Schritt: - Bestimmen des Gewichtes der wasserhaltigen Werkstoffe (Holz, Papier, Baumwolle etc.) in kg.
Formel:
| Anzahl TME = { (WDD x Oberfläche x Tage TuL) / 6 g Wasseraufnahme je TME } + (20 x Gewicht der wasserhaltigen Werkstoffe) |
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Anzahl TME = { (0.4 x 6 m 2 x 90 Tage) / 6 } + (20 x 1.2 kg) = 60 TME |
Hier könnten wir beispielsweise die normierten TMB DESI-PAK 4 TME einsetzen. Also rechnen wir 60 TME / 4 = 15 TMB müssten eingesetzt werden. Werden TMB mit einer höheren TME eingesetzt, müssten demnach entsprechend weniger dessen eingesetzt werden.
Trockenmittelbeutel sind gleichmässig - vorwiegend oben - innerhalb der Sperrschichthülle anzubringen. Bei Verwendung von Feuchtigkeitsindikatorstreifen ist für eine ausreichende Bewegungsmöglichkeit des Wasserdampfes zwischen Trockenmittel und Feuchtigkeitsanzeiger zu sorgen. Engstellen in der Verpackung sind zu vermeiden.